Zum Inhalt springen

Ratgeber

Ask Advisor, AI Overviews, Benchmarking: Googles neue KI-Funktionen in Ads und Analytics

Am 10. August 2026 hat Google fünf KI-Funktionen für Google Ads und Google Analytics vorgestellt: KI-Zusammenfassungen (AI Overviews) auf der Analytics-Startseite, personalisierte Insight-Karten und ein Eingabefeld auf der neuen Ads-Startseite, Dashboards per Texteingabe sowie ein Benchmarking gegen anonymisierte Vergleichsunternehmen — gebündelt im KI-Agenten Ask Advisor auf Basis von Gemini. Die Funktionen laufen als Beta zunächst nur in englischsprachigen Konten, und Kontoänderungen führt der Agent erst nach ausdrücklicher Freigabe aus.

Von Dominik Reuter · Stand:

Was hat Google am 10. August 2026 angekündigt?

Google hat fünf Funktionen vorgestellt, die alle auf demselben Fundament aufsetzen — dem KI-Agenten Ask Advisor auf Basis von Gemini: KI-Zusammenfassungen (AI Overviews) auf der Startseite von Google Analytics, eine neu gebaute Google-Ads-Startseite mit personalisierten Insight-Karten, ein Eingabefeld für eigene Fragen direkt auf dieser Startseite, Dashboards, die aus einer Texteingabe entstehen, sowie ein Benchmarking gegen anonymisierte Vergleichsunternehmen. Alles läuft als Beta, zunächst nur in englischsprachigen Konten.

Die Ankündigung stammt von Josh Moser, Senior Director of Product Management bei Google. Die Dashboards gibt es zum Start nur in Google Ads; für Google Analytics sind sie angekündigt, ohne Termin.

Was ist Ask Advisor und was kann der KI-Agent?

Ask Advisor ist Googles KI-Agent für die Werbeprodukte: ein Gesprächsfenster, das Kampagnendaten aus Google Ads, Nutzerdaten aus Google Analytics und Produktdaten aus dem Merchant Center zusammen auswerten, Leistungsveränderungen erklären und Maßnahmen vorschlagen kann. Kontoänderungen setzt der Agent erst nach ausdrücklicher Freigabe um — analysieren und vorschlagen darf er allein, ändern nicht.

Die Ankündigung vom August ist dabei nur die jüngste Stufe eines längeren Umbaus: Im Mai 2025 kündigte Google den Vorläufer Ads Advisor an, ab September 2025 begann der Rollout, seit Dezember 2025 ist er in englischsprachigen Konten voll verfügbar, im März 2026 folgte die Anbindung an Display & Video 360 — und zur Google Marketing Live im Mai 2026 wurden die einzelnen Berater unter dem Namen Ask Advisor zu einem produktübergreifenden Agenten zusammengefasst.

Zeitleiste von Mai 2025 bis August 2026: Ads Advisor wird angekündigt, ausgerollt und auf Englisch voll verfügbar, im März 2026 an Display & Video 360 angebunden, im Mai 2026 zum produktübergreifenden Ask Advisor vereint — und am 10. August 2026 um AI Overviews, Insight-Karten, Dashboards und Benchmarking erweitert.

Was zeigen die AI Overviews und die neuen Insight-Karten?

Die AI Overviews fassen auf der Analytics-Startseite zusammen, was sich seit dem letzten Login verändert hat — etwa auffällige Verschiebungen bei Zugriffen, Kanälen oder Conversions — und verlinken direkt in eine Ask-Advisor-Unterhaltung, die der Veränderung auf den Grund geht. Wer will, kann sich über auffällige Veränderungen zusätzlich per E-Mail benachrichtigen lassen.

In Google Ads übernimmt die neue Startseite dieselbe Rolle: Insight-Karten zeigen kontospezifische Auffälligkeiten, darunter ein Eingabefeld für eigene Fragen. Die Dashboards gehen einen Schritt weiter — aus einer Texteingabe wie „Zeig mir die Entwicklung der Marken- gegenüber den generischen Kampagnen im letzten Quartal“ entsteht ein visueller Bericht samt automatisch erzeugter Erklärung, was die Zahlen treibt. Zu Genauigkeit und Quellenangaben dieser erzeugten Erklärungen hat Google bislang nichts veröffentlicht; die Zahlen dahinter bleiben über die klassischen Berichte prüfbar.

Wie funktioniert das neue Benchmarking?

Das Benchmarking beantwortet eine Frage, die sich mit Bordmitteln bisher kaum klären ließ: Sind meine Werte für meine Branche normal? Verglichen wird gegen eine anonymisierte Gruppe ähnlicher Unternehmen; angezeigt werden der Median sowie das 25. und 75. Perzentil der Vergleichsgruppe — für Kennzahlen aus den Bereichen Akquisition, Engagement, Monetarisierung und Bindung.

Schaubild zur Perzentil-Logik des Benchmarkings: Eine Skala zeigt das 25. Perzentil bei 1,8 Prozent, den Median bei 2,6 Prozent und das 75. Perzentil bei 3,9 Prozent Conversion-Rate der Vergleichsgruppe; der eigene Wert von 3,1 Prozent liegt als Punkt oberhalb des Medians im schraffierten Bereich der mittleren 50 Prozent.

Die Vergleichsgruppe bildet Google aus der hinterlegten Branchenkategorie der Property sowie Signalen aus Website-Adressen und App-Merkmalen; die Kategorien reichen von 25 Oberkategorien bis zu feinen Untergruppen. Zwei Dinge sollten Sie vorher prüfen: ob die Datenfreigabe „Modellierungsbeiträge und Business Insights“ in der Analytics-Verwaltung aktiv ist (ohne sie gibt es keine Benchmarks) und ob die eingestellte Branchenkategorie tatsächlich zu Ihrem Geschäft passt — ein Vergleich mit der falschen Peer-Group ist schlechter als gar keiner.

Wann kommen die Funktionen in deutsche Konten?

Einen Termin für deutschsprachige Konten hat Google nicht genannt — angekündigt sind „weitere Sprachen im Laufe von 2026“. Die Beta knüpft an die Sprache des Kontos an, nicht an den Standort: Wer die Funktionen vorab sehen will, kann die Oberflächensprache seines Google-Ads- beziehungsweise Analytics-Zugangs auf Englisch stellen. An Kampagnen, Geboten oder Auslieferung ändert das nichts.

Wie verlässlich sind die KI-Auswertungen — und wo ist Vorsicht geboten?

Der nüchternste Maßstab kommt aus Googles eigener Ankündigung: Der dort zitierte Anwender, Paid-Media-Verantwortlicher beim Gartensystem-Anbieter Gardyn, beschreibt Ask Advisor als schnelle „direktionale“ Ersteinschätzung — also als Ausgangspunkt, nicht als Entscheidungsgrundlage. Genau so sollte man die Funktionen behandeln: Sie beschleunigen den Weg von der Frage zur Hypothese erheblich, die Prüfung der Hypothese bleibt Handarbeit.

Drei Punkte verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit. Erstens veröffentlicht Google bislang weder Genauigkeitswerte noch Quellenangaben für die erzeugten Zusammenfassungen — ob eine Erklärung stimmt, lässt sich nur über die klassischen Berichte kontrollieren. Zweitens gilt für Vorschläge des Agenten dasselbe wie für die bekannten Google-Ads-Empfehlungen: Sie optimieren auf Googles Zieldefinition, und die deckt sich nicht automatisch mit Ihrer Marge. Drittens ist die Datenbasis entscheidend — wer Zweifel an der eigenen Conversion-Messung hat, sollte diese zuerst ausräumen, etwa entlang des Ratgebers Google Ads erfasst keine Conversions? Die sieben häufigsten Ursachen.

Was sollten Werbetreibende jetzt tun?

Vier Schritte lassen sich schon vor dem deutschen Rollout erledigen: die Branchenkategorie der Analytics-Property kontrollieren, die Datenfreigabe für Modellierungsbeiträge bewusst entscheiden, im Team klären, wer KI-Vorschläge freigeben darf, und die eigene Conversion-Messung auf festen Stand bringen. Wer die Funktionen früher testen will, stellt die Kontosprache auf Englisch und behandelt die Ergebnisse als das, was sie in der Beta sind: Hypothesen mit Prüfpflicht.

Der August 2026 war übrigens ein doppelter Einschnitt für Google-Ads-Konten: Neben den KI-Funktionen hat Google auch die Gebotssteuerung umgestellt — was das für Ihre Zielwerte bedeutet, steht im Ratgeber zur Ziel-CPA- und Ziel-ROAS-Umstellung vom 17. August 2026. Und wenn Sie die Einordnung nicht allein treffen wollen: In der Google-Ads-Betreuung durch convecom gehört die Bewertung solcher Neuerungen dazu — inklusive der Entscheidung, welche KI-Vorschläge ein Konto wirklich voranbringen.

Häufige Fragen

Ändert Ask Advisor mein Google-Ads-Konto selbstständig?

Nein. Ask Advisor analysiert, erklärt und schlägt Maßnahmen vor — umgesetzt wird eine Kontoänderung erst, wenn Sie sie ausdrücklich freigeben. Dieses Freigabeprinzip gilt seit dem ersten Ads Advisor und wurde für den vereinten Agenten beibehalten. Trotzdem lohnt es sich zu klären, wer im Team solche Freigaben erteilen darf.

Sind die neuen KI-Funktionen schon auf Deutsch verfügbar?

Nein, die Beta läuft zunächst nur in englischsprachigen Konten. Google hat weitere Sprachen für den Lauf des Jahres 2026 angekündigt, ohne konkrete Termine zu nennen. Wer die Funktionen vorab testen will, kann die Sprache des eigenen Kontos beziehungsweise Nutzerprofils auf Englisch stellen — das ändert nichts an Kampagnen oder Auslieferung.

Welche Daten sieht das Benchmarking von meinem Konto?

Das Benchmarking beruht auf Gegenseitigkeit: Es setzt voraus, dass in den Analytics-Einstellungen die Datenfreigabe für Modellierungsbeiträge und Business Insights aktiv ist — dann fließen die eigenen Daten anonymisiert in die Vergleichswerte ein. Angezeigt werden ausschließlich Aggregatwerte der Vergleichsgruppe (Median, 25. und 75. Perzentil), keine Daten einzelner Unternehmen.

Ersetzt Ask Advisor die Analyse durch einen Menschen?

Nein. Der von Google selbst zitierte Anwender beschreibt das Werkzeug als schnelle Ersteinschätzung, deren Ergebnisse er vor Entscheidungen verifiziert. Der Agent kennt weder Ihre Marge noch Ihre Strategie, und er prüft nicht, ob die zugrunde liegende Messung stimmt — auf fehlerhaften Conversion-Daten liefert auch die beste KI fehlerhafte Empfehlungen.

Kostenlos

Was leistet Ihr Ads-Konto? Ich schaue kostenlos drauf.

  • Persönlich von mir erstellt — 3 bis 5 priorisierte Punkte statt automatisiertem PDF
  • Konkrete erste Handlungsempfehlungen statt Fachchinesisch
  • Antwort innerhalb von 2–3 Werktagen

Sie erhalten eine E-Mail mit einem Bestätigungslink — erst nach dem Klick ist die Anmeldung wirksam. Hinweise zur Verarbeitung: Datenschutzerklärung